SC-16 SmartControl
Der Kanal ist gesperrt. Die Stimme ist der Schlüssel.
Intelligenter Gain-Sharing-Automixer · 16 / 8 / 4 / 2 Kanäle · VST3 · AU · Standalone
SC-16 SmartControl ist ein intelligenter Gain-Sharing-Automixer für Live-Sprache: Anteilsmathematik im Dugan-Stil in bis zu vier unabhängigen Gruppen, Gewichtung nach Sprachwahrscheinlichkeit (AI VAD), dynamische Plosivkontrolle und FLOORLOCK™ — eine Kanalsperre, deren Schlüssel die Stimme ist. Der Audioweg ist null Samples lang: Jeder Detektor arbeitet in einer Sidechain, also fügt SC-16 weder Latenz noch Phasenfehler hinzu. Eine einzige Regel bestimmt den gesamten Entwurf: Die Gesamtverstärkung des Systems steigt nie mit der Zahl der offenen Mikrofone (ΣG ≤ 1 je Gruppe) — die Rückkopplungsreserve wird konstruiert, nicht erhofft.
Oberfläche des SC-16. Die Nummern unten beziehen sich auf diese Ansicht.
Oberes Panel
1
MANUAL — Öffnet dieses Handbuch.
2
SHARE MONITOR — Anteilsverlauf pro Kanal, 0 bis −40 dB. Linienfarbe = Anteilsgruppe; die Helligkeit folgt der Sprachwahrscheinlichkeit. Kopfzeile: NOM (Mikrofone, die gerade echten Anteil halten), ΣG (größte Anteilssumme einer Gruppe — bleibt konstruktionsbedingt ≤ 1,00) und die Kanalzahl. „share monitor idle“ heißt, der Host sendet kein Audio.
3
OUTPUT — Master-Trim nach dem Automix, ±12 dB. Ein Doppelklick auf einen beliebigen Wert auf der Oberfläche erlaubt die Eingabe eines exakten Zahlenwerts; Ziehen mit Shift ist Feinabstimmung; ein Doppelklick auf einen Regler stellt dessen Standardwert wieder her.
4
ON — Bearbeitung aktiv. Ein Druck bei leuchtendem BYPASS schaltet die Bearbeitung wieder ein.
5
BYPASS — Vollständiger Bypass — das Audio läuft unverändert durch.
6
LINK · SLOT — Verbindet diese Instanz mit dem Link-Bus der Familie (RP-1 Rack). SLOT zeigt die zugewiesene Position (01–16); „—“ bedeutet, der Link ist aus.
AUTOMIX
7
DEPTH — Wie weit unter dem aktiven Sprecher der Anteil eines untätigen Kanals liegt (−40…−6 dB, Standard −20 dB). Tiefer = trockener und klinischer; −20 dB hält den Raum natürlich, und das letzte Mikrofon bleibt gratis offen.
8
ATTACK — Wie schnell ein Kanal auf seinen verdienten Anteil steigt (0,5–20 ms, Standard 2 ms).
9
RELEASE — Wie schnell ein Anteil nach der Sprache zurückfällt (20–500 ms, Standard 90 ms).
10
SC HPF — Hochpass nur in der Sidechain des Detektors (40–400 Hz, Standard 120 Hz). Rumpeln, Schritte und Bühnenbässe verdienen keinen Anteil mehr; der Audioweg bleibt unangetastet.
AI VAD
11
VAD — Sprachaktivitätserkennung ein/aus. Läuft in einer Sidechain mit 16 kHz — null zusätzliche Latenz. Die aktive Engine ist im Statusblock (22) benannt.
12
WEIGHT — Speist die Sprachwahrscheinlichkeit in die Anteilsmathematik ein. Das ist eine Gewichtung, keine Sperre: Der Kanal öffnet über den Pegel in ~2 ms, und innerhalb von ~10 ms zieht das VAD alles zurück, was keine Sprache ist — Husten, Übersprechen, Applaus.
13
SENS — Entscheidungsschwelle (0,20–0,90, Standard 0,55). Niedriger = akzeptiert leisere, weniger sichere Sprache.
14
HANG — Wie lange der Sprachnachweis über Wortlücken hinweg gehalten wird (50–600 ms, Standard 180 ms).
15
REJECT — Die Anteilsgewichtung, die Nicht-Sprache behalten darf (0,00–0,40, Standard 0,05). 0 = vollständige Zurückweisung.
DE-PLOSIVE
16
DP — Dynamische Plosivkontrolle ein/aus. Ein dynamisches Low-Shelf, das nur greift, solange der Plosivschlag (30–90 Hz) tatsächlich auftritt. Kein fester Hochpass — der Körper der Stimme wird nie ausgedünnt.
17
THRESH — Plosiv-Empfindlichkeit (−12…+18 dB, Standard 0 dB): wie viel Überschuss des Tiefbands gegenüber der Referenz von 100–500 Hz als Plosiv zählt. Anheben, wenn eine sehr tiefe Stimme bei gehaltenen Tönen Absenkungen auslöst.
18
DEPTH — Maximale Shelf-Absenkung während eines Plosivs (−24…0 dB, Standard −15 dB).
19
SHELF — Eckfrequenz des Shelf (60–160 Hz, Standard 100 Hz).
20
ATK — Einsatzgeschwindigkeit (0,5–5 ms, Standard 1,5 ms).
21
REL — Rückstellgeschwindigkeit (10–80 ms, Standard 30 ms).
22
STATUS — Kanalmodus (16/8/4/2 CH, vom Host-Bus übernommen), die aktive VAD-Engine und die Latenzzeile: 0 SMP — der Audioweg ist null Samples lang; die gesamte Erkennung läuft in der Sidechain.
FLOORLOCK™ · VOICE KEY
23
LOCK — FLOORLOCK™ ein/aus. Aus: Der Kanal verhält sich wie ein gewöhnlicher Automixer-Eingang.
24
MARGIN — Wie weit über den verfolgten Raumgrundpegel das Signal steigen muss, damit der Kanal entsperrt (+6…+15 dB, Standard +9 dB). Der Raumgrundpegel wird laufend gemessen (28), also wandert die Schwelle mit dem Raum: Wird das Publikum lauter, steigt die Schwelle mit.
25
RANGE — Absenkung im Zustand LOCKED (−60…−6 dB, Standard −20 dB). Ganz gegen den Uhrzeigersinn steht FULL — eine exakte Stummschaltung. Auf der Bühne ist −12…−20 dB der natürlich klingende Bereich.
26
ATTACK · HOLD · RELEASE — Entsperrgeschwindigkeit (0,5–20 ms), Mindestöffnungszeit (50–500 ms) und Geschwindigkeit des erneuten Sperrens (30–500 ms). Bei aktivem VOICE KEY entscheidet der Klang selbst über das Offenbleiben — der fortlaufende Sprachnachweis; HOLD legt nur die kürzeste Verweildauer fest.
27
VOICE KEY — Wie viel Sprachnachweis das Entsperren verlangt. OFF — allein der Pegel, exaktes v1-Verhalten, für Anlagen, die vor v2 eingerichtet wurden. STRICT — der Kanal bleibt abgesenkt, bis Sprache nachgewiesen ist; das kostet eine Spur vom ersten Einsatz und ist für laute Bühnen gemacht. NORMAL — der Pegel öffnet, ~50 ms Nachweis bestätigen; was den Nachweis nicht besteht, sperrt sofort wieder (Standard). FAST — schnellstes Öffnen, lockerster Nachweis, für ruhige Räume und Rednerpult-Betrieb.
28
THRESHOLD · FLOOR — Live-Telemetrie für Kanal 1: der verfolgte Raumgrundpegel und die daraus folgende Entsperrschwelle (Raumgrundpegel + MARGIN). „—“ = Kanalsperre aus. Es sind dieselben Zahlen, die das Telemetrie-Log des RP-1 führt — Oberfläche und Log können einander nicht widersprechen.
29
EVIDENCE · STATE — Warum der Kanal offen ist, nicht nur dass er offen ist. VOICED — Kehlkopf-Harmonische erkannt. SIBILANT — Sibilanz-Energie aus s/sch/f. CHECKING (bernsteinfarben) — das Signal hat den Pegeltest bestanden, Sprache aber noch nicht nachgewiesen; der Zustand zeigt ATTENUATED. Grüne LED + UNLOCKED = offen; LOCKED = geschlossen; LOCK OFF = FLOORLOCK™ deaktiviert.
Kanalzüge (01–16)
30
CHANNEL · PRESENCE — Kanalnummer und Presence-LED: leuchtet in der Gruppenfarbe, solange der Kanal echten Anteil hält (hell = spricht, gedimmt = teilweise).
31
METERS — Links — LVL: Eingangspegel (−60…0 dB). Mitte — SHARE: der verdiente Anteil (−40…0 dB) in der Gruppenfarbe; die Helligkeit folgt der Sprachwahrscheinlichkeit. Rechts — DP GR: Gain-Reduction des De-Plosive (0…−18 dB, von oben nach unten gezeichnet).
32
SHARE READOUT — Der aktuelle Anteil des Kanals in dB. „–∞“ = vollständig geschlossen; „–“ = kein Audio unterwegs.
33
WEIGHT — Vorsitz-Priorität, ±12 dB: gewichtet den verdienten Anteil dieses Kanals gegenüber den anderen, ohne dessen Eingangsverstärkung anzutasten.
34
GRP · B · M — GRP schaltet die Anteilsgruppe durch — vier Farben, vier unabhängige Pools (z. B. Rednerpult / Panel / Publikum); ΣG = 1 gilt je Gruppe. B = Bypass: Einheitsverstärkung, außerhalb des Anteils-Pools (Programm- und Playback-Zuspielungen). M = Mute: geschlossen und außerhalb des Pools.
Geräuschreferenz
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NS — Der „17. Kanal“. LEVEL auf die Raumreferenz aus Publikum und Klimaanlage einstellen. Der Balken zeigt das lauteste Mikrofon gegenüber der Referenzlinie; solange kein Mikrofon sie überbietet, meldet der Kanalzug DUCK — der Mixer weiß, dass niemand spricht, und Umgebungsgeräusche können keine Kanäle offen halten. NS ON schaltet die Funktion scharf.
Schnellstart
- Am Pult ehrliches Gain-Staging aufbauen. SC-16 erwartet echte Pegel, keine heißen Eingänge.
- Gruppen zuweisen (34): ein Pool je Bühnenzone — Rednerpult, Panel, Publikum.
- AUTOMIX: DEPTH bei −20 dB lassen, ATTACK 2 ms, RELEASE 90 ms. Im SHARE MONITOR (2) prüfen, dass ΣG ≤ 1,00 bleibt.
- VAD und WEIGHT einschalten. SENS 0,55; auf lauten Bühnen Richtung 0,70 gehen.
- FLOORLOCK™: LOCK ein, VOICE KEY NORMAL, MARGIN +9 dB, RANGE −20 dB. 28/29 über eine Minute echtes Programm beobachten; blitzt Nicht-Sprache weiterhin durch, VOICE KEY auf STRICT stellen.