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Hör auf, in jedes Case einen Switch zu packen

FELDNOTIZEN · TEIL 06
Hier ist ein Aufbau, den ich ständig sehe, und bei dem es mich schaudert. Ein Switch in jedem Case, einer in den nächsten in Reihe geschaltet, und wenn am Ende alles zusammenkommt, ein ganzer Stapel Switches übereinander. Währenddessen sitzen zwei oder drei Geräte am FOH auf einer wunderbaren Glasfaserstrecke, und die eigentliche Last — Hunderte von Geräten — lebt hinten. Es funktioniert. So einigermaßen. Aber jeder Switch, den du hinzufügst, kostet dich leise Zeit.
Ich sag's ganz einfach: Jeder Switch fügt Latenz hinzu. Egal wie teuer oder wie klug programmiert er ist — jeder Hop kostet dich etwas. Du musst mir nicht glauben; öffne das Dante-Setup an einem Yamaha CL5 und sieh zu, wie es mehr verlangt. Ein paar Switches tief will es 1 ms. Mehr Switches, 2 ms. Stapelst du weiter, bietet es 5 an. Das Netzwerk verlangt mehr Zeit, weil du ihm mehr Hops gegeben hast, die es überqueren muss. Also baue ich es andersherum, mit zwei einfachen Regeln. Geräte kommen immer in einen Stern — niemals in Reihe durcheinander geschaltet. Hat ein Rack zwei Axient-Empfänger, führt jeder seine eigene Leitung zum Backstage-Switch. Zwei Gründe: Jedes Gerät sieht dieselbe Latenz, und wenn das erste ausfällt, läuft das zweite weiter. Schaltest du sie in Reihe, reißt das erste, das ausfällt, seinen Nachbarn mit. Und Switches kommen nach Position, nicht nach Case. Kein Switch pro Case — ein Switch pro Zone: FOH, Backstage, Monitoring, und Extras für Broadcast und Recording. Die Geräte sternen in ihren lokalen Switch, und die Switches sind über Trunk-Leitungen miteinander verbunden — Glasfaser für die langen Strecken, eine kurze CAT-Strecke nebenan. Weniger Switches, kürzere Ketten, gleiche Latenz, und ein System, das wächst, indem man eine Zone hinzufügt, statt ein Chaos. Eine Sache mache ich immer: Ich hänge einen kleinen Router an den Master-Switch und lasse ihn die Adressen zentral vergeben. Das habe ich auf die harte Tour gelernt. Auf einer großen Show schwor eine andere Firma, sie hätten keinen DHCP-Server laufen. Hatten sie doch — einen mächtigen, weit draußen an einer Delay-Line. Also zogen sich manche der geflogenen Lautsprecher ihre Adressen von deren Server, manche von meinem, und das Netzwerk kämpfte leise gegen sich selbst. Ein paar Stunden Gerät für Gerät, dann war es gelöst; danach kamen alle 300 Lautsprecher sauber auf meinen Switches hoch, und das ganze System — Funk, vier Stageboxen und eine für Broadcast — lief bequem unter 5 %. Das ist der Unterschied zwischen einem Netzwerk, das geplant wurde, und einem, das nur zusammengesteckt wurde. Wie legst du dein Show-Netzwerk an — nach Case oder nach Position?