← Tüm yazılar
Wenn der Klang stimmt, stehen die Fader nahe null
GAIN MGMT · TEIL 01
Ich sage das als jemand, der aus jahrelanger Arbeit an der Konsole spricht. Und eines wollen wir gleich trennen: Das hier ist kein Gain-Mixing. Statt der Fader das Gain zu fahren, um eine Mischung aufzubauen, ist eine sehr verbreitete Gewohnheit — aber es ist nicht die richtige Wahl; nötig ist es nur in bestimmten Situationen.
Lassen Sie mich von einem Wendepunkt erzählen. Als ich 1996 zum ersten Mal in die Türkei kam, über Turgut Kerki von MOST Production, arbeitete ich als Technischer Leiter für die Konzerte in Rumeli Hisarı im Auftrag von Playback Müzik. Das Pult war damals analog — ein Soundcraft Vienna — mit Outboard von Lexicon, Yamaha und TC Electronic und einem Stapel Gates und Kompressoren. In jenen Jahren reisten die wenigsten Künstler mit eigenem Techniker, also stand meistens ich am Pult.
Nach einigen Konzerten fiel mir etwas auf: Immer wenn der Klang wirklich gut war, standen sämtliche Fader nahe Unity. Von da an achtete ich genauer darauf — und setzte meine Gains, meine Preamp-Werte, viel bewusster und richtiger ein. Die Lehrbuch-Gewohnheit, die in der Schule vermittelt wird, war es, das Gain per PFL einzustellen.
In diesem Moment wurde Gain-Management für mich geboren. Mit der Zeit verstand ich, warum es so sein musste — und sowohl die Qualität als auch das Tempo meiner Arbeit verbesserten sich deutlich. In dieser Reihe gehe ich dieses Fundament Schritt für Schritt durch.
Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen „gutem Klang" und der Stellung Ihrer Fader?